Moral Hazard. Wer nicht haftet, riskiert mehr.

2008 pumpen amerikanische Banken Hunderte Milliarden Dollar in riskante Immobilienkredite. Als die Blase platzt, rettet der Staat die größten von ihnen mit Steuergeldern. Die Banker, die die Risiken eingegangen waren, behalten ihre Boni. Die Verluste trägt die Allgemeinheit.

Das ist Moral Hazard in seiner reinsten Form: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Wer Risiken eingeht, aber nicht für die Folgen haftet, geht zwangsläufig zu viele davon ein.

Das Prinzip sitzt tiefer als Gier. Ein Manager, dessen Bonus am Jahresergebnis hängt, trifft Entscheidungen, die kurzfristig die Zahlen schönen. Die langfristigen Folgen trägt das Unternehmen, oft erst nachdem er längst weg ist. Ein Politiker, der heute Schulden für Wahlversprechen macht, schiebt die Rückzahlung in die Amtszeit von Nachfolgern und künftigen Generationen. Und die Ratingagenturen, die 2008 toxische Hypothekenbündel mit Bestnoten versahen, wurden von denselben Banken bezahlt, deren Produkte sie bewerteten. Das Ausfallrisiko trugen die Investoren. In jedem Fall gilt dasselbe Muster: Wer entscheidet, trägt nicht selbst die Konsequenzen, also entscheidet er anders.

Das Heimtückische daran: Moral Hazard ist kein Charakterproblem, sondern ein Strukturproblem. Die Spielregeln erzeugen das Verhalten.


Dieser Beitrag ist Teil einer größeren Geschichte. Earth’s Agency ist eine fiktionale Buchreihe über reale Fakten, echte Systeme und das, was auf dem Spiel steht.

Felicity & Cassian mittendrin, in einer Welt, die nicht vollständig erfunden ist.

Wirklichkeit wird zur Geschichte. Geschichte wird zur Wirklichkeit.

Zur Buchreihe.


Jeder hört anders. Wer wissen will, welche Musik die Protagonisten im Buch hören, wenn gerade keine Krise ist, findet es bei Spotify. Felicity Cassian Jasmine Étienne



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