Tragedy of the commons. Warum jeder rational handelt und alle verlieren.

Eine Wiese, die allen gehört. Jeder Bauer darf seine Kühe darauf weiden. Das funktioniert gut, bis jeder den gleichen Gedanken hat: Noch eine Kuh. Der Gewinn gehört ihm allein. Den Schaden trägt die Gemeinschaft. Also noch eine Kuh. Dann noch eine.

Jeder handelt vernünftig. Zusammen ruinieren sie die Wiese.

Dieses Paradox beschrieb der Biologe Garrett Hardin 1968 in Science, seither einer der meistzitierten Aufsätze des 20. Jahrhunderts. Die Tragedy of the Commons wurde zur Standarderklärung für leergefischte Meere, sinkende Grundwasserspiegel, verschmutzte Luft. Hardins Schluss: Ohne staatliche Kontrolle oder Privatisierung endet jede Gemeinressource in der Katastrophe.

Bis die Ökonomin Elinor Ostrom nachsah, was in der Realität passiert. Fischerdörfer in Japan, Bergbauern in der Schweiz, Bewässerungsgemeinschaften auf den Philippinen: alle verwalteten ihre Gemeingüter seit Jahrhunderten erfolgreich, und keiner von Hardins zwei Auswegen war nötig. Weder Staat noch Privatbesitzer. Stattdessen hatten die Gemeinschaften selbst klare Regeln entwickelt, wer wie viel entnehmen darf, wie Verstöße geahndet werden und wer mitentscheidet. 2009 bekam sie dafür den Nobelpreis.

Auf der zerstampften Weide wächst also manchmal doch noch Gras.


Dieser Beitrag ist Teil einer größeren Geschichte. Earth’s Agency ist eine fiktionale Buchreihe über reale Fakten, echte Systeme und das, was auf dem Spiel steht.

Felicity & Cassian mittendrin, in einer Welt, die nicht vollständig erfunden ist.

Wirklichkeit wird zur Geschichte. Geschichte wird zur Wirklichkeit.

Zur Buchreihe.


Jeder hört anders. Wer wissen will, welche Musik die Protagonisten im Buch hören, wenn gerade keine Krise ist, findet es bei Spotify. Felicity Cassian Jasmine Étienne



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